Neue Therapieansätze bei Vitiligo

iStock Jacob Wackerhausen

Die Behandlung von Vitiligo hat in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte gemacht, insbesondere durch die Entwicklung zielgerichteter Therapien, die das zugrundeliegende autoimmune Geschehen gezielt beeinflussen.

Topische JAK-Inhibitoren

Ein Meilenstein in der Therapie ist die Zulassung von Ruxolitinib-Creme, einem topischen Januskinase-(JAK-)Inhibitor. Seit April 2023 ist das Medikament in der EU für die Behandlung von nichtsegmentaler Vitiligo zugelassen, insbesondere bei Beteiligung des Gesichts. Die Zulassung basiert auf den Phase-III-Studien TRuE-V1 und TRuE-V2, die eine signifikante Repigmentierung nach 24 Wochen zeigten. Besonders bemerkenswert ist, dass sich die Ergebnisse bis zu 104 Wochen weiter verbesserten – auch bei Patienten mit initially geringer Ansprache. So zeigten 54,9 % der Patienten nach anfänglich unzureichender Reaktion eine Verbesserung des Facial Vitiligo Area Scoring Index (F-VASI) um mindestens 75 % nach Fortsetzung der Therapie.

Systemische JAK-Inhibitoren

Neben der topischen Therapie befinden sich systemische JAK-Inhibitoren wie Tofacitinib, Ritlecitinib und Upadacitinib in der klinischen Prüfung. Eine Phase-II-Studie zu Upadacitinib zeigte vielversprechende Ergebnisse: Bei der höchsten Dosis (22 mg/Tag) gaben 60,5 % der Patienten an, sich „viel besser“ oder „etwas besser“ zu fühlen (Placebo: 19,6 %). Zudem empfanden 11,6 % der Patienten unter Upadacitinib ihre Hautveränderungen als „sehr viel weniger wahrnehmbar“ oder „nicht länger wahrnehmbar“ – im Vergleich zu 0 % unter Placebo. Diese Befunde deuten auf eine Verbesserung der Lebensqualität hin, wobei Langzeitdaten noch ausstehen.

Kombinationstherapien

Weitere innovative Ansätze untersuchen die Kombination von Afamelanotid – einem Analogon des Hormons alpha-MSH – mit UV-B-Phototherapie. Diese Kombination zeigt in Studien Potenzial, die Repigmentierung zu verstärken, indem sie die Melanozytenaktivität fördert.

Fazit

Die neuen Therapieansätze, insbesondere JAK-Inhibitoren, markieren einen Paradigmenwechsel: Weg von rein symptomatischer Behandlung hin zu einer gezielten Modulation des Immunsystems. Diese Entwicklungen bieten nicht nur verbesserte Repigmentierungschancen, sondern auch eine signifikante Steigerung der Lebensqualität für Betroffene.

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